///Perfektion***

<p class="h2"> flussgeister </p>

Ein langweiliger Urlaub in England? Von wegen! Mysteriöse Waldbrände, Nymphen und ein Dämon aus uralter Zeit verwandeln den Landurlaub für Tanja und ihre Freundinnen in ein gefährliches Abenteuer!

 

Prolog

Ein grauer Nebelschleier hing über dem Fluss. Das Wasser schlängelte sich zwischen Bäumen und Gräsern hindurch und plätscherte leise vor sich in. Der Nebelschleier zog sich über den Waldboden und verdeckte die sich auf den Laubgrund. Auf einer kleinen Lichtung weitete sich das Wasserbett und wurde seichter. Eine kleine Landzuge ragte in das Gewässer, auf der eine kleine, verlassene Hütte stand. Die Sterne am Himmel spiegelten sich licht auf dem Wasser. Es war so rein, das man den Grund sehen konnte und manchmal sogar kleine Fische. Zwischen dem Nebel meinte man, etwas Kleines herhuschen sehen. Die zauberhafte Atmosphäre, die diese Idylle schuf, ließ die Sinne spinnen. Dies wäre ein Ort, an dem die Elfen bei Vollmond über das Wasser tanzen. Plötzlich kam Bewegung in die sanften Wogen des Nebels. Er wurde aus dem Wald zurückgedrängt. Am wolkenlosen Himmel stiegen schwarze Rauchwolken empört. Der Wald neben dem Fluss stand in Flammen!

1. Horrorferien

Tanja schmiss wütend ein paar Kleidungsstücke in den offenen Koffer, der auf ihrem Bett lag. „Mum, warum muss dieser bescheuerte Urlaub sein?“, schrie sie die Treppe hinunter. „Wir könnten auch irgendwo hin, wo wirklich was los ist, aber nein…wieso schleppst du uns in dieses Nest?“ „Weil ich glaube, dass es dir gut tut, mal vom Großstadtwirbel loszukommen“, gab ihre Mutter lässig zurück. Tanja schnaubte. Nach Wales. Super Ferien, wirklich. Ihre Freundinnen konnten nach New York, Paris, London, und sie? Das versprachen klasse Sommerferien zu werden! Sechs Wochen irgendwo auf dem Land, wo wahrscheinlich die Klos draußen standen und jeder mit dreckigen Gummistiefeln sogar im Haus herumlief… „So schlimm wird es schon nicht, also stell dich nicht so an! Und jetzt beeil dich mal!“, rief ihre Mutter streng herauf. Nein, wahrscheinlich wirklich nicht, dachte Tanja. Es wird noch viel schlimmer werden! Trotzdem nahm sie ihre Tasche und lief hinunter zu ihrer Mutter, die ungeduldig auf sie wartete. „Da bist du ja endlich! Komm schon, der Flieger geht schon in zwei Stunden!“ Ihre Mutter packte noch schnell ihre Reisepässe in ihre Handtasche und ging zur Tür. „Kommst du?“ Mürrisch nahm Tanja ihren schweren Koffer und ihren Rucksack und schleppte beide raus. Tanjas Mutter verstaute die Taschen im Kofferraum. „Der Flieger wartet schließlich nicht!“ Beide stiegen in den Wagen. „Hör mal, Tanja. Ich weiß, dass es schwer ist, dass dein Vater uns verlassen hat. Aber lass uns doch das Beste daraus machen! Wir Frauen müssen doch zusammen halten!“ Sie drückte ihre Tochter und startete den Wagen. Tanja grummelte unwillig. Wenn ihre Mutter wirklich zu ihr halten wolle, sollte sie ihr doch ganz einfach nicht so etwas antun! Am liebsten hätte Tanja im Fahren die Tür aufgerissen, um aus dem Wagen zu springen. Unnötig zu sagen, dass sie es natürlich nicht tat. Stattdessen ließ sie sich mutlos in den Sitz zurücksinken. Beiläufig schaute sie aus dem Fenster. Selbst jetzt, wo sie kaum fünf Minuten unterwegs waren, starb sie schon vor Langeweile. Na spitze. Draußen gab es rein gar nichts Interessantes zu sehen, nur irgendwelche Bäume säumten die Landstraße, die zum Flughafen führte. Tanja spürte, wie Müdigkeit sie überkam. Langsam glitt sie in den Schlaf hinüber…nur, um sich sofort in einem Wald wieder zu finden. Sie wusste von Anfang an, dass es ein Traum war, konnte aber trotzdem nicht aufwachen, so sehr sie sich bemühte. Gut, dann eben nicht. Langsam setzte sie einen Fuß vor den anderen. Der Traum war äußerst realistisch. Das Moos unter ihr machte schmatzende Geräusche, wenn sie darauf trat, sumpfiges Wasser drang ihr in die Turnschuhe. Sie konnte nicht weit weg von einem See sein. Von fern vernahm sie Vogelgezwitscher, und sie meinte, eine Art Singsang zu hören, ein bisschen wie von einer Nixe im Meer. Wenn der Wind durch die Baumkronen blies, regnete es rosa und weiße Blüten auf sie herab. Eigentlich war das gar nicht so schlecht… Im Gegenteil, es gefiel Tanja sehr gut. Schön war es hier. Sie atmete tief ein, doch von einer Sekunde auf die andere wich der sanfte Fliederduft stickigem, grauem Rauch, der in ihre Lunge drang und sie zum Husten brachte. Tanja stolperte. Im Fall schloss sie die Augen, und als sie sie, auf dem Boden gelandet, wieder öffnete, war von der Idylle nichts mehr zu sehen. Schwarzer Dampf hing schwer in der Luft, Flammen leckten nach der unberührten Natur. Tiere flüchteten hysterisch in die Richtung, in der Tanja den Waldrand vermutete. Die Flammen kreisten das Mädchen ein, aber sie spürte komischerweise weder Angst noch Hitze. Sie glaubte nur, einen Hilfeschrei derselben Stimme zu hören, die zuvor so lieblich gesungen hatte, wenn sie jetzt auch nicht mehr melodisch, sondern vor Panik verzerrt klang. Dann verschlang das gierige Feuer sie, aber kein Schmerz durchzuckte Tanja. Stattdessen riss sie im Auto ihrer Mutter die Augen wieder auf und schrie: „Mum! Halt an! Wir können da nicht hinfahren!“

Ihre Mutter stöhnte genervt auf und rollte mit den Augen.

„Tanja, langsam REICHT es aber! Hör END-LICH auf zu jammern und sei lieber froh das wir mal in den Urlaub fahren!!“ sagte ihre Mutter spitz.

„Aber Mum wir können nicht...!“

„Ich will davon nichts mehr hören!“ Unterbrach ihre Mutter sie. „Ich will keine Quengelei mehr hören und setz gefälligst ein Lächeln auf!“ Tanja spürte wie ihre Mutter leicht beschleunigte. Pah! Von wegen Lächeln! Das konnte sie sich ruhig abschminken! Tanja verschränkte eingeschnappt ihre Arme vorm Bauch und schaute wütend aus dem Fenster. Wenn blicke töten könnten, würden die Bäume am Straßenrand sofort anfangen zu brennen! Brennen? Wie in ihrem Traum... Traum? Ja, es war nur ein Traum gewesen. Und Träume waren nicht real. Was machte sie sich also für Sorgen? Sie fuhr immer noch zum Flughafen, immer noch auf dem Weg nach England und würde in wenigen Stunden den langweiligsten Urlaub überhaupt erleben... Am Horizont tauchte langsam der Tower des Flughafens auf und raste Tanja unenthaltsam entgegen. Tanja schloss bockig die Augen und versuchte sich vom Radio ablenken zu lassen. Der Moderator faselte irgendeinen Blödsinn vor sich hin und kündigte Tanjas Lieblingslied an. Gerade als es angefangen hatte, riss ihre Mutter sie aus ihrem Scheinschlaf.

„Tanja, Liebes, wir sind da! Komm, wir müssen uns beeilen!“

„Ich schlafe nicht...“ murmelte Tanja nur und stieg aus dem Wagen aus. Ihre Mutter hievte schon ihr Gepäck aus dem Kofferraum, schnappte sich ihren und ging mit schnellen Schritten Richtung Ausgang. Tanja rollte mit den Augen und schleifte lustlos ihren Koffer hinter sich her.

Der Flughafen war gigantisch. Überall huschten Geschäftsleute hin und her, Gruppen aus Studenten scherzten mit einander und hechteten zu ihrem Terminal. Schnell holte Tanja ihre Mutter ein. Tanja war mehr mit den Passanten beschäftigt und war sich sicher das sie alle einen besseren Urlaub haben würden. Sie bekam kaum mit, wie sie ihre Koffer abgaben und bei ihrem Terminal ankamen. Ihre Mutter redete aufgeregt auf sie ein, aber sie weigerte sich auch nur einmal hinzuhören. Sie hatte keine Lust und das wollte sie auch zeigen. Geistesabwesend blätterte sie in einem Magazin aus einem dieser kleinen Flughafen-Shops. Die Drei-Tage-Diät... Neuer Bond in Planung?... mysteriöse Waldbrände in England... Waldbrände in England? Das konnte unmöglich sein. Sie hatte doch vor knapp einer Stunde noch davon geträumt! Fassungslos starrte sie auf den Artikel. Plötzlich wurde sie von einem älteren Mann angerempelt. Erschreckt schaute Tanja auf und legte schnell das Magazin weg. Sie schaute zur großen Flughafen-Tafel, die sich gerade neu ordnete. Flug 531 – London stand ganz oben. Es war ihr Flug!

„Mum unser Flug...“ aber weiter kam sie nicht, ihre Mutter war weg!! Panisch schaute sie sich um, aber sie konnte ihre Mutter nirgends erkennen!

 

„Mum!“, rief sie. „Mum!!!“ Tränen stiegen ihr in die Augen, sie musste sich zusammenreißen, um nicht zu weinen zu beginnen. Noch nie war sie an einem Ort wie dem Flughafen allein gewesen… Und jetzt? Ihre Mutter suchen? Jemanden fragen? Ganz allein ins Flugzeug steigen? Nein, alles völlig unmöglich. Ihre Mutter würde sie nie finden hier, mit Fremden fing sie grundsätzlich kein Gespräch an und allein zu fliegen kam überhaupt nicht in Frage. Was sollte sie nur tun? Ihre Gedanken kreisten wirr durcheinander. Selten hatte sie solche Angst gehabt… Und was, wenn die Mutter ohne sie flog? Sofort wies Tanja sich selbst zurecht. Das würde sie doch niemals machen! Aber ob ihre Mutter ihr Verschwinden bemerkt hatte? Oder dachte sie, Tanja säße schon sicher im Flugzeug? Verdammt, was sollte sie nur tun? Tanja! Sie zuckte zusammen. Was war das eben gewesen? Eine Sinnestäuschung vielleicht, geboren aus Angst, Hektik und Panik? Aber nein, dazu hatte es sich zu…real angefühlt. Fast als hätte sie die Stimme greifen können… Oder umgekehrt… Sie schauderte und rief sich zur Ordnung. Sie war schon genug in Schwierigkeiten, sie konnte es sich nicht leisten, sich auch noch selbst in den Wahnsinn zu treiben. Tanja, hör mir jetzt genau zu und tu, was ich sage! Geh geradeaus, ja, immer weiter geradeaus! Tanja wollte sich gegen den Einfluss der imaginären Stimme wehren, aber ihre Beine bewegten sich ganz von allein. Sie kam sich vor wie die Puppe eines Marionettenspielers, der einsam und verbittert auf dem Dachboden saß und dem es eine Genugtuung verschaffte, seinen Puppen Befehle zu geben, die sie in ihrer Ohnmächtigkeit ihrem allmächtigen Meister gegenüber auszuführen verpflichtet waren. Halt! Und jetzt nach links. Geh bis zu der dicken Frau mit dem pinken Koffer! Wie auch zuvor schon, hatte Tanja keinerlei Kontrolle über ihre Körperfunktionen. Sie lief einfach los, um sich abzulenken, überlegte sie wohl, was sie täte, dürfte sie an der Dame, zu der sie hin befehligt worden war, eine Schönheits-OP vorführen. Nun, die Zeit reichte nicht ganz aus, da war sie schon angekommen. Sehr gut! Jetzt geh zur anderen Seite der Säule da hinten! Na los! Und Tanja lief los, als sie plötzlich wieder eine Stimme hörte, immer lauter werdend. „Tanja! Tanja!“ Dieses Mal war sie nicht nur eingebildet, diese Stimme war real. Es war die Stimme ihrer Mutter, die plötzlich ums Eck gebogen kam! Sie schloss Tanja sofort in die Arme. „Oh Kind, hast du mich erschreckt!“, rief sie keuchend. „Jetzt komm aber, das Flugzeug ist schon so gut die am Starten!“ Sie nahm Tanja am Arm und riss sie mit sich, gab ihr gar nicht die Gelegenheit, zu widersprechen. So blieb Tanja nichts anderes übrig, als in ihre Gedanken zu versinken und sich über das eben Geschehene den Kopf zu zerbrechen…
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